Winterwanderung von Marjoß auf den Stacken

Auch ein trüber Wintertag kann zu einer reizvollen Wanderung motivieren – zum Beispiel auf den Stacken. Eigentlich ist das eher eine Frühjahrstour, aber Hundebesitzer wie ich sind täglich unterwegs, und heute sollte es ein etwas längerer Gang werden, weil meine vierbeinige Begleiterin beim gestrigen Sauwetter etwas zu kurz gekommen ist.

SAMSUNGAbmarsch um 15.30 Uhr vom Parkplatz gegenüber der Einmündung der von Steinau kommenden Straße in die Jossatal-Straße direkt vor Marjoß. Höhe 243 m. Etwas spät. Ob ich es noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück schaffe? Es ist recht frisch und hier unten fast schneefrei, aber man kann sehen, dass der Gipfel des Stacken weiß bestäubt ist. Bald ist der Spessartbogen erreicht, der durch ein liebliches Seitental auf den Wald zuführt. Wenn hier erst mal in drei Monaten die Obstbäume blühen! Tiefhängende Wolken ziehen über den Himmel,  aber durch ein kleines Loch fällt ein vereinzelter Sonnenstrahl in das Tal. – Sacht durch den Storkelsgrund ansteigend, erreiche ich um 16 Uhr den Rastplatz an der Gänsebuche. Sonnenunterang wird in gut einer Stunde sein, also weiter.

Nach 400 m verlasse ich den Spessartbogen, um einen umständlichen Schlenker abzukürzen, den ein offizieller Weg machen muß – ich aber nicht!. Es geht auf vermooster Schneise zunächst steil bergan zu einem grasigen Pfad, der schließlich eine Etage höher auf einen Forstfahrweg trifft. Dieses Schmankerl habe ich schon vor ein paar Jahren erkundet. Bald ist an einem Rastplatz der Spessartbogen wieder erreicht, der nun als schöner Hangweg an der Bergflanke entlang zieht. Allmählich wandere ich durch eine dünne Schneedecke, die aber auch hier in 420 m Höhe taut. Schließlich geht es steil bergan entlang der einst hanauisch (Sparren)-mainzischen (Rad) Grenze, wie man an den barocken Wappengrenzsteinen von 1730 sieht, die den Aufstiegspfad säumen. Kurz vor der Höhe treffen wir auf einen der wenigen noch erhaltenen Grenzsteine von 1559, den ältesten des Bergwinkels. 

10,5 km
Detail-Karte & GPS-Daten | Gebrauchsanweisung

Hütte auf dem Stacken BergwinkelUm 16:45 ist nach 220 Höhenmeter Aufstieg das Gipfelplateau des Stacken erreicht (463 m). Müde Beine, Aussicht keine, könnte man frei nach Heinrich Heine sagen. Weil es schon so spät ist, lege ich auch keine Rast an der Schutzhütte ein. Ein Foto von einer früheren Tour soll hier aber einen Eindruck und Vorgeschmack für die bessere Jahreszeit geben.

Beim Abstieg ziehen von Westen her sehr tief hängende dunkle Wolken auf. Auf halber Höhe schlage ich nach rechts einen Hangweg vom Spessartbogen weg ein. Man wandert jetzt mit schönen Ausblicken ins Jossatal an der Bergflanke entlang. Um 17.05 Uhr ist heute Sonnenuntergang. Nach einer etwas ruppigen, weglosen Abkürzung geht es gemächlich eine Etage tiefer weiter. Noch bietet sich ein schöner Blick auf Marjoss im letzten Büchsenlicht . Als es fast dunkel geworden ist, zeigt mir die immer zuverlässige Suchhündin Bella einen Pfad, den ich fast übersehen hätte. Jetzt muß die Stirnlampe eingeschaltet werden. Der Pfad ist perfekt und führt zurück  in den Storkelsgrund. Auf dem Spessartbogen und einer kleinen Variante geht es zurück. Um 18.15 Uhr sind wir wieder am Auto. Schön war’s trotz bescheidenem Wetter. Knapp 3 Stunden für 10 km, mein übliches, gemütliches Tempo.

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Der Bergwinkel: Schlüchtern – Steinau – Sinntal