Vom Staatsbad Brückenau über den Fondsberg auf den Dreistelz

Die Parklandschaft unterhalb des Dreistelz

In zehn Tagen will ich den Harz weiter erkunden – doch die Kondition hat im Winter spürbar gelitten. Als Trainings-Brocken bietet sich in der Nähe der Dreistelz bei Brückenau an. Mit dem vorgeschalteten Fondsberg kommen gut 600 Höhenmeter zusammen, die einen hübschen Test abgeben dürften…

Start im Staatsbad Brückenau gegen 14.45 Uhr. Das Wetter ist herrlich: Cumulus-Schiffe ziehen über den blauen Himmel, die Temperatur ist unter 20° C gefallen – fast Septemberwetter. Über den Fondsberg geht es ganz locker durch den Frühlingswald mit seiner hell blühenden Krautschicht.

14,2 km
Detail-Karte, Höhenprofil & GPS-Daten | Gebrauchsanweisung

Diese Route bietet zugleich Gelegenheit, Tour 28 meines Rhön-Wanderbuches zu überprüfen. – Tatsächlich zeigte es sich auf dem Anstieg hinter Wernarz, dass ein Rhönklub-Weg seit der letzten Begehung vor vier Jahren verlegt wurde – leider offenbar auf eine weniger interessante Strecke, weswegen ich auf dem alten Schleichpfad zur Grenzbuche bleibe, der hier per GPS-Führung nachvollzogen werden kann. Eine kleine Unsicherheit bleibt freilich für Nachwanderer wg. mäßigem Empfang des Funksignals ;-)

Shit! Die frühere Rastbank am Dreistelzkopf – dem Knotenpunkt der Wanderung – ist zusammengebrochen. Also weiter bergan. Die entfallene Rast tut mir nicht gut und während Hündin Bella frohgemut berganstürmt, quäle ich mich zugegebenermaßen ein wenig. Doch dann ist es auf den Dreistelz-Gipfel geschafft. Und wenn ich im Nachhinein die Höhenmeter so betrachte, scheinen die teils noch höheren Aufgaben im Harz durchaus machbar ohne das Zahnfleisch zu bemühen.

Im Biergarten des Dreistelzhofes mundet die leichtflüssige Belohnung ganz vorzüglich, dann geht es durch die parkartige Landschaft unterhalb des Berges zurück. Verschwiegene Pfade führen zum Staatsbad hinab, das ich nach fünfeinhalb Stunden wieder erreiche. Ich bin halt Langsamwanderer, dem auch die Pausen am Herzen liegen.

Fazit: Noch eine Trainingstour kommende Woche und es dann im Harz langsam angehen lassen, dann sollten die zehn Touren in zehn Tagen zu schaffen sein. Vor der 25-km-Tour über den Brocken von Schierke aus allerdings – im Buch als “leichtere” Variante der 30-km-Königsetappe gedacht – habe ich trotzdem schon jetzt gehörig Respekt.